Projekt_

Verhalten der Bevölkerung in Katastrophen und Notlagen

Das Verhalten der Bevölkerung spielt in der Ereignisbewältigung eine zentrale Rolle. Ziel des Projekts im Auftrags des Bundesamts für Bevölkerungsschutz (BABS) war es, das bestehende Rahmenmodell zum Verhalten der Bevölkerung in Katastrophen und Notlagen (siehe Projekt 2014) auf Basis aktueller Studien weiterzuentwickeln, Teile des Modells im Kontext der Covid-19-Pandemie zu testen und Empfehlungen für das Notfall- und Krisenmanagement des BABS abzuleiten.

Als wichtige inhaltliche Erkenntnis zeigt sich, dass nicht nur die Risikogruppen im Pandemiefall als vulnerable Gruppen anzusehen sind, sondern auch die Teile der Bevölkerung, welche durch die getroffenen Massnahmen bspw. finanziell stark betroffen sind. Soziodemografische Merkmale sind dabei wichtige Erklärungsvariable und stehen in Zusammenhang mit Vertrauen, Akzeptanz von Massnahmen und persönlichem Befinden. Weiter ist die persönlich empfundene Selbstwirksamkeit ein wichtiges Konstrukt zur Erklärung des Verhaltens. Vor allem dann, wenn das Bevölkerungsverhalten ein wichtiger Teil der Krisenbewältigung ist, fördert die Selbstwirksamkeit die Akzeptanz von Massnahmen so-wie die Verhaltensanpassung.

Unumstritten stellt eine adäquate, differenzierte und offene Ereigniskommunikation ein zentrales Element der Krisenbewältigung dar. Dabei ist das konkrete Befinden der Menschen einer der ausschlaggebenden Faktoren für deren Verhalten und kann mittels Monitoring von psychischer und physischer Verfassung beobachtet werden. Die Bevölkerung ist als Teil der Lösung und nicht als Teil des Problems zu verstehen: Es steckt viel Potential in ihr, um sich in der Ereignisbewältigung zu engagieren. Schliesslich gilt es, die Resilienz als Fähigkeit mit Ereignissen umzugehen weiter zu stärken.

 

Metadaten

Projekttyp

Studie

Kunde

Bundesamt für Bevölkerungsschutz

Projektstart

1. März 2020

Projektende

31. Dezember 2020

Projektland

Schweiz

Ansprechpartner

Matthias Holenstein

Topic

Risikokommunikation und Verhalten