Die Stiftung Risiko Dialog ermittelte für ein Projekt des Deutschen Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit Empfehlungen zur Verbesserung der Ausbildung, Information und Kommunikation für Einsatzkräfte im Notfallschutz. Dies betrifft unter anderem Einsatzkräfte, denen im Falle eines radiologischen Notfalls eine zentrale Rolle für die Bewältigung der Krisensituation zukommt.
 
Eine vergangene Studie der Stiftung Risiko-Dialog zu radiologischen Notfällen verdeutlicht, wie gross die Unsicherheit in der Bevölkerung ist, die mit radioaktive Strahlung einhergeht. Je nach Einsatzkraftgruppe ist man unterschiedlich gut auf solche Einsätze vorbereitet. Sorgen um die eigene Gesundheit sowie um die der Angehörigen, der Umgang mit der verunsicherten Zivilbevölkerung, sowie körperliche Anstrengungen machen einen Einsatz in dem Setting besonders belastend. Entsprechend wichtig ist es, die Einsatzkräfte im Umgang mit sogenannten psychosozialen Belastungen zu unterstützen. Daher untersuchte das Forschungsvorhaben Schutz-, Informations- und Kommunikationsbedürfnisse von Einsatzkräften, die im potenziellen radiologischen Notfall professionellen Einsatz leisten. Diese Befunde sollen helfen, besser zu verstehen, was den Einsatzkräften hilft, trotz hoher Belastung einsatzfähig zu bleiben und nach dem Einsatz ihre Erfahrungen besser zu verarbeiten. Dies ist besonders wichtig, um die Entwicklung von langfristigen Stressfolgeerkrankungen zu verhindern.
 
Unter Einbezug aller relevanten Einsatzkräfte-Organisationen, wurden Informations- und Schutzbedürfnisse abgeholt und anschliessend im Rahmen eines Workshops erste Ansätze und Maßnahmen entwickelt, um diese Bedürfnisse zu adressieren. Daraus leitete das Projektteam Empfehlungen in den Bereichen Ausbildung, Information und Kommunikation ab, die Einsatzkräften im radiologischen Notfallschutz im Umgang mit psychosozialen Belastungen unterstützen sollen. Unterschiedliche Voraussetzungen für unterschiedliche Gruppen von Einsatzkräften, die während eines solchen Notfalls zum Einsatz kommen, wurden dabei berücksichtigt. Ziel des Projekts war es demnach, möglichst konkrete und gruppenspezifische Maßnahmen auf einer primär konzeptionellen Ebene zu formulieren, um möglichst situationsnahe Empfehlungen zu gewährleisten. Den vollständigen Bericht zu downloaden finden Sie hier.