23. Juni 2026

Geothermie gilt als wichtiger Baustein der Energiewende. Gleichzeitig sind ihre Entwicklung und Umsetzung mit technischen, finanziellen, regulatorischen und gesellschaftlichen Unsicherheiten verbunden. Wie können diese Herausforderungen besser verstanden und adressiert werden? Mit dieser Frage beschäftigten sich zwei internationale Stakeholder-Workshops, die wir im Rahmen des EU-geförderten Projekts GO-Forward gemeinsam mit den Projektpartnern GeoSphere Austria und GEUS durchgeführt haben.

 

 

Das Forschungsprojekt GO-Forward entwickelt einen neuartigen methodischen Modellierungsansatz zur Bewertung der Eigenschaften und Unsicherheiten geothermischer Lagerstätten. Ziel ist es, fundiertere Entscheidungsgrundlagen für die Planung und Umsetzung von Geothermieprojekten zu schaffen und damit die Nutzung der Geothermie in Europa weiter voranzubringen.

 

 

Finanzierung und Versicherbarkeit als zentrale Erfolgsfaktoren

Der erste Stakeholder-Workshop fand im Mai 2026 in Wien statt und widmete sich den Themen Finanzierung und Versicherbarkeit von Geothermieprojekten. Diese gelten als zentrale Voraussetzungen für die erfolgreiche Entwicklung und Umsetzung entsprechender Vorhaben. Im Rahmen eines World Cafés diskutierten die Teilnehmenden konkrete Massnahmen in den Themenfeldern Gesellschaft, Verwaltung, Finanzen und Zusammenarbeit. Gemeinsam wurden potenzielle Auswirkungen und die Umsetzbarkeit bewertet sowie die verantwortlichen Akteur:innen benannt. Der strukturierte Austausch ermöglichte es, unterschiedliche Perspektiven zusammenzuführen und mögliche Handlungsansätze für die Praxis zu identifizieren.

 

 

Die frühe Projektphase im Blick

Im Juni 2026 folgte ein zweiter Workshop bei den Projektpartnern von GEUS in Kopenhagen. Im Fokus standen die Akteurskonstellationen in der frühen Phase von Geothermieprojekten in Dänemark sowie die Frage, welche Faktoren Projekte fördern oder behindern können. Zu Beginn visualisierten die Teilnehmenden mithilfe eines Rich Pictures die wichtigsten Einflussfaktoren bei der Projektinitiierung. Anschliessend wurden diese in einer Constellation Analysis vertieft untersucht. Dabei zeigte sich insbesondere, wie eng die Bereiche Geologie, Verwaltung und Öffentlichkeit miteinander verknüpft sind – Bereiche, die in der Praxis häufig getrennt betrachtet werden, deren Zusammenspiel jedoch entscheidend für den Projekterfolg sein kann.

 

 

Wertvolle Impulse für die weitere Projektarbeit

Beide Workshops zeichneten sich durch engagierte Diskussionen, vielfältige Perspektiven und einen intensiven Austausch zwischen den Teilnehmenden aus. Die Ergebnisse liefern wertvolle Einblicke in die Herausforderungen und Chancen der Geothermieentwicklung und bilden eine wichtige Grundlage für die weitere Arbeit im Projekt GO-Forward. Die Auswertung der Workshop-Ergebnisse hat bereits begonnen und wird in den kommenden Monaten weitere Erkenntnisse für die Entwicklung praxisnaher Lösungsansätze liefern.