6. Juli 2026

Hitzeresilienz beginnt nicht erst bei Bäumen, Brunnen oder begrünten Fassaden. Sie beginnt dort, wo Menschen füreinander Verantwortung übernehmen. Gerade in bereits weitgehend bebauten Städten werden lokale Netzwerke, funktionierende Gemeinschaften und gemeinsames Handeln immer wichtiger, um die Folgen zunehmender Hitzewellen abzufedern.

 

 

Das Quartier entscheidet mit über unsere Hitzeresilienz

Mit dem Klimawandel nehmen Hitzewellen in ihrer Häufigkeit und Intensität zu. Besonders Städte leiden unter den steigenden Temperaturen: Versiegelte Flächen speichern Wärme, Gebäude erschweren die Luftzirkulation und Grünflächen sind oft rar. Doch wie gut ein Quartier auf Hitze vorbereitet ist, entscheidet sich nicht nur an seiner baulichen Gestaltung.

 

Stell dir folgende Fragen: Kennst du den nächsten öffentlichen Trinkwasserbrunnen? Gibt es schattige Aufenthaltsorte oder öffentlich zugängliche kühle Räume? Würde jemand bemerken, wenn eine alleinlebende ältere Person während einer Hitzewelle Hilfe benötigt? Und wissen die Menschen in deinem Quartier, wie sie sich gegenseitig unterstützen können?

 

Hitzeresilienz ist deshalb nicht nur eine räumliche, sondern auch eine gesellschaftliche Aufgabe.

 

 

Gesellschaftlicher Zusammenhalt schützt vor Hitze

Besonders betroffen von Hitzewellen sind ältere Menschen, Personen mit gesundheitlichen Einschränkungen sowie alleinlebende Menschen. Viele ziehen sich während heisser Tage in ihre Wohnungen zurück – häufig aus gutem Grund. Gleichzeitig kann diese Isolation gesundheitliche Risiken und Einsamkeit verstärken.

 

Oft sind es deshalb die kleinen Gesten, die einen grossen Unterschied machen: Eine Nachricht an die Grossmutter, ein kurzer Besuch beim Nachbarn, gemeinsames Einkaufen oder das Angebot, zusammen einen kühlen Ort aufzusuchen. Auch gemeinsame Ausflüge ans Wasser können sinnvoll sein – gerade für Menschen, die sich allein unsicher fühlen oder gesundheitliche Unterstützung benötigen. Gleichzeitig gilt es, auf mögliche Risiken wie starke Sonneneinstrahlung, kalte Wassertemperaturen oder Strömungen aufmerksam zu machen.

 

Hitzeresilienz entsteht dort, wo Menschen füreinander Verantwortung übernehmen – in der Familie, im Freundeskreis, im Quartier, am Arbeitsplatz oder im Verein.

 

 

Gemeinsam Lösungen für hitzeresiliente Quartiere entwickeln

Die meisten Schweizer Städte sind bereits gebaut. Deshalb wird die Anpassung an den Klimawandel vor allem im Bestand erfolgen. Neben baulichen Massnahmen braucht es innovative Lösungen, die gemeinsam entwickelt werden: Wie lassen sich Innenhöfe entsiegeln oder Fassaden begrünen? Welche Räume könnten an Hitzetagen als kühle Aufenthaltsorte genutzt werden? Wie können Verwaltungen, Hauseigentümer und Bewohnende gemeinsam Verbesserungen anstossen? Und welche lokalen Netzwerke helfen dabei, besonders vulnerable Menschen zu erreichen?

 

Genau an dieser Schnittstelle setzen wir an. Mit unserer Expertise in Nachhaltigkeit, Klima und Energie, Umweltwissenschaften sowie Dialoggestaltung, Partizipation und Resilienz beschäftigen wir uns mit der Frage, wie gesellschaftliche und räumliche Resilienz gemeinsam gestärkt werden können. Unser Ziel ist es, unterschiedliche Perspektiven zusammenzubringen und gemeinsam mit Städten, Organisationen und der Bevölkerung tragfähige Lösungen für die Herausforderungen von morgen zu entwickeln.

 

Ein Beispiel dafür sind die Resilienzwochen 2026 der Stadt Zürich: Gemeinsam mit lokalen Akteur:innen schaffen wir Räume für Austausch, gemeinsames Lernen und konkrete Ideen für mehr Resilienz im Alltag – von solidarischer Krisenvorsorge über Erste-Hilfe-Angebote bis hin zur Frage, wie Quartiere den Folgen zunehmender Hitze begegnen können.

 

Denn die entscheidende Frage lautet nicht nur, wie heiss der nächste Sommer wird. Sondern auch: Wie hitzeresilient ist unser Quartier?