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Resilienzwoche in der Stadt Zürich
Die jüngsten Krisen – von der COVID-Pandemie über Energiemangellagen bis hin zu Fluchtbewegungen – haben gezeigt: Ein rein top-down organisiertes Krisenmanagement greift zu kurz. Die Bevölkerung muss aktiv einbezogen werden. Mit der Resilienzwoche hat Risiko-Dialog gemeinsam mit der Stadt Zürich ein Format entwickelt, das genau das ermöglicht: Quartiere dabei zu unterstützen, sich gemeinsam auf Krisen vorzubereiten und alltagsnahe Resilienz zu stärken.
Pilotdurchführung 2025
Im Herbst 2025 fanden in den Gemeinschaftszentren (GZ) Heuried und Oerlikon zwei Pilotwochen zur Resilienzförderung statt – organisiert von der Stadt Zürich in Zusammenarbeit mit Risiko-Dialog, dem UZH Zentrum für Krisenkompetenz (CCC), den GZ Heuried und Oerlikon sowie Lifegarden. Ziel war es, die individuelle, gemeinschaftliche und institutionelle Resilienz im Quartier zu stärken: mit Workshops, Begegnungen und Formaten, die konkrete Vorbereitung ermöglichen und gemeinschaftliches Denken fördern. Gemeinsam mit der Stadt Zürich hat Risiko-Dialog das Konzept sowie eine Umsetzungsstrategie für die kommenden Jahre entwickelt, mit dem Ziel, eine nachhaltige Resilienzkultur im Quartier und in der Stadt zu fördern. Risiko-Dialog verantwortete zudem eigene Formate im Programm, die Projektevaluation, die Unterstützung der wissenschaftlichen Begleitung durch die UZH sowie den Transfer der gewonnenen Erkenntnisse. Mit gezielten Branding-, Marketing- und Kommunikationsmassnahmen wurde die Wirkung des Projekts zudem sichtbar gemacht und weitergetragen.
Vielfältiges Programm für alle – die Workshops 2025
Die Resilienzwoche verbindet Theorie und Praxis in unterschiedlichen Formaten. Die Angebote richten sich an unterschiedliche Altersgruppen und Lebenslagen. Beispiele aus dem Programm:
- Kein Handy – was tun? – Jugendliche erlebten spielerisch, was ein Stromausfall bedeutet, und entwickelten Strategien, um auch ohne Smartphone handlungsfähig zu bleiben. Dieser Workshop wurde von Kimon Arvanitis und Kristina Koch durchgeführt.
- Radical Choices – Resilient bleiben im digitalen Raum – Online-Spiel zur Frage, wie digitale Beeinflussung funktioniert – und wie Medienkompetenz schützt. Dieser Workshop wurde von Kimon Arvanitis und Kristina Koch durchgeführt.
- Solidarisches Preppen – gemeinsam vorsorgen – Wie kann Nachbarschaft solidarisch vorbereitet sein? Ein Workshop über gemeinschaftliche Vorsorge ohne Panik. Dieser Workshop wurde von Samuel Eberenz durchgeführt.
- Krisen-Spaziergang durchs Quartier – Rundgang zu Notfalltreffpunkten, Notwasserbrunnen und Info-Points – begleitet von Fachpersonen der Stadt.
- Crashkurs Konfliktklärung – Praktische Methoden für einen konstruktiven Umgang mit Konflikten im Alltag.
- Miteinander reden – Konflikte lösen, Gesundheit stärken Fachvortrag mit Forschungseinblicken der Universität Zürich und Walk-in-Beratung zur Gesprächsführung.
- LIFEGARDEN Resilienztraining für eine starke Psyche – Ein interaktiver Vita-Parcours zur Förderung mentaler Stärke und Mitgefühl.
- News & Erste Hilfe – Tipps und Tricks für den Alltag – Auffrischung von Erste-Hilfe-Wissen durch die Samariter – praxisnah und alltagstauglich.
- Jung trifft Alt, Resilienz im Dialog – Gemeinsame Erkundung von «Resilienzorten» im Quartier und Austausch zwischen Generationen.
- EASE Erste Hilfe für die Psyche – Übungen und Atemtechniken, um in Stresssituationen Ruhe und Handlungsfähigkeit zu bewahren.
- Mein Quartier im Blick – Resilienz im Alltag verstehen: Teilnehmende erkundeten Orte und Netzwerke im Quartier, die im Krisenfall wichtig werden, und entwickelten Ideen für mehr gemeinschaftliche Widerstandskraft.
Wissenschaftlich begleitet – Evaluation der Pilotphase 2025
Die Resilienzwoche ist Teil der langfristigen Roadmap der Stadt Zürich für eine widerstandsfähigere Gesellschaft und wird wissenschaftlich begleitet. Risiko-Dialog verantwortet Konzeption, Evaluation, Unterstützung der wissenschaftlichen Begleitung durch die UZH und den Transfer der gewonnenen Erkenntnisse. Ergänzend entwickelt Risiko-Dialog eigene Formate wie «Solidarisches Preppen», «Kein Handy – was tun?» oder das Radical Choice Game. Die erste Resilienzwoche wurde erfolgreich abgeschlossen: 15 Workshops zu Krisenvorsorge, sozialem Miteinander, mentaler Stärke und Orientierung am Quartier, 129 Teilnehmende und zahlreiche Möglichkeiten für Austausch, Lernen und Vernetzung.
Was gut funktioniert hat:
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sehr positive Rückmeldungen der Workshopleitenden und GZ-Teams
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hohe Motivation und aktive Beteiligung der Teilnehmenden
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besonders gut besuchte Abendveranstaltungen
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hohe Wiederholungsbereitschaft aller beteiligten Workshops
Was wir verbessern wollen:
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stärkere Kommunikation und Ansprache neuer Zielgruppen
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mehrsprachige Angebote und engere Zusammenarbeit mit Schulen, Jugendarbeit und Alterszentren
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breitere Verankerung in den Quartieren
Ausblick 2026 und darüber hinaus
Die Resilienzwoche wird 2026 fortgeführt und in weitere Gemeinschaftszentren ausgeweitet. Zusätzlich sind Parallelangebote während des Jahres sowie die Entwicklung neuer Formate und Kooperationen geplant. Bis 2029 soll die Resilienzwoche fester Bestandteil der städtischen Vorsorgearbeit sein und zur nachhaltigen Stärkung einer gemeinsamen Resilienzkultur beitragen.