Wie können junge Menschen besser mit polarisierenden Inhalten und extremistischen Narrativen umgehen? Mit der neuen Version von Radical Choices geht das Projekt «Gaming against Extremism» einen nächsten, konsequenten Schritt – näher an der Lebensrealität von Jugendlichen, praxisorientierter in der Anwendung und mit klarem Fokus auf zentrale Zukunftskompetenzen.
Im Zentrum der Weiterentwicklung stand die Perspektive der Jugendlichen selbst: Der neu gegründete Jugendbeirat «Radical Reviewers» hat die Überarbeitung aktiv begleitet und wichtige Impulse eingebracht. Dadurch wurden die Spielinhalte nicht nur vertieft und aktualisiert, sondern auch stärker an den Alltag und die Erfahrungen junger Menschen angepasst. Das Online-Game ist ab sofort verfügbar – neu auch auf Französisch – und kann direkt gespielt werden.
Ein zentrales Learning aus den bisherigen Projektphasen: Radical Choices entfaltet seine Wirkung besonders dann, wenn es in einem begleiteten Setting eingesetzt wird. Darauf reagiert das Projekt mit neuen Begleitmaterialien und konkreten Einsatzvorschlägen, die Fachpersonen in der Jugendarbeit, Bildung und Prävention unterstützen.
Neue Toolbox verbindet digital und analog
Ende März erscheint zudem die «Radical Choices Toolbox» – ein praxisnahes Gesamtpaket für den Einsatz in pädagogischen Kontexten. Sie kombiniert bewährte Inhalte des bestehenden Support-Kits mit einem neu entwickelten physischen Kartenspiel. Ziel ist es, die Auseinandersetzung mit komplexen Themen wie Radikalisierung, Desinformation und gesellschaftlicher Polarisierung noch zugänglicher und interaktiver zu gestalten. Die Toolbox kann bereits jetzt vorbestellt werden und wird ab Anfang April ausgeliefert.
Fokus 2026: Empathie und Resilienz stärken
Dank erneuter Förderung durch den Nationalen Aktionsplan zur Verhinderung und Bekämpfung von Radikalisierung und gewalttätigem Extremismus (NAP) sowie weiterer Partner:innen wird das Projekt 2026 weitergeführt. Inhaltlich rücken dabei Empathie und Resilienz in den Fokus – Kompetenzen, die entscheidend sind, um junge Menschen im Umgang mit Unsicherheit, Meinungsvielfalt und digitalen Dynamiken zu stärken.
Im Austausch bleiben – und gemeinsam weiterentwickeln
Auch 2026 ist das Projekt an verschiedenen Fachveranstaltungen präsent und bietet Workshops für Fachpersonen an – unter anderem an der Nachrichtenkompetenz-Tagung der ZHAW, der Fachtagung Soziokultur, am Workshop der Tagung Schweizer Kommunikations- und Medienforschung sowie in Zürich mit einer Delegation von Südtiroler Fachkräften aus der Jugendarbeit. Ein besonderer Schwerpunkt liegt im kommenden Jahr auf der Westschweiz: Bestehende Netzwerke sollen gestärkt und neue Kooperationen aufgebaut werden. Interessierte Fachpersonen und Organisationen sind eingeladen, sich einzubringen und den Dialog aktiv mitzugestalten.