Wie bleiben Bergregionen angesichts von Klimawandel und Strukturwandel handlungsfähig? Beim «Incontro con…» in der Villa Garbald diskutierten Talbewohner:innen und Forschende gemeinsam über Reallabore, Klimaszenarien und neue Wege der Zusammenarbeit. Mit dabei: Samuel Eberenz als Moderator und Gesprächsteilnehmer.
Klimatische Veränderungen und gesellschaftlicher Wandel stellen alpine Regionen vor komplexe Herausforderungen. Einfache, zentral geplante Lösungen greifen oft zu kurz – gefragt sind partizipative Ansätze, die wissenschaftliche Erkenntnisse mit lokalem Wissen verbinden. Genau hier setzte das «Incontro con…» an: Rund 35 Teilnehmende aus dem Tal sowie Gäste aus der Forschung folgten der Einladung der Fondazione Garbald und beteiligten sich engagiert an der Diskussion. Barbara Beer (Pädagogische Hochschule Graubünden) führte in den Reallabor-Ansatz ein und zeigte am Beispiel des San Bernardino Lab, wie Zukunft in Talschaften partizipativ gestaltet werden kann. ETH-Professor David N. Bresch gab Einblick in die aktuellen Klimaszenarien für die Schweiz und ordnete ein, welche Entwicklungen auf Regionen zukommen könnten.
Dialog als Schlüssel zur Resilienz
In der von Samuel Eberenz moderierten Diskussion wurde deutlich: Modelle und Szenarien sind wichtige Leitplanken. Tragfähig werden Strategien jedoch erst, wenn sie mit lokalen Erfahrungen, Werten und Bildungsprozessen verbunden werden. Resilienz entsteht dort, wo unterschiedliche Perspektiven zusammenkommen, gemeinsame Narrative entwickelt und konkrete Handlungsoptionen erprobt werden. Der Austausch zwischen Talbewohner:innen und Wissenschaftler:innen setzte sich beim anschliessenden Aperitivo fort – ganz im Sinne eines lebendigen Dialograums über Sprach- und Passgrenzen hinweg. Das Fazit: Zukunftsfähigkeit ist kein fertiges Konzept, sondern ein gemeinsamer Lernprozess. Formate wie das «Incontro con…» schaffen Räume, in denen dieser Prozess konkret wird – durch Dialog, Co-Produktion von Wissen und das gemeinsame Erproben neuer Wege.

