riskVOICE 005 - Fluchtpunkt Sicherheit

Erstellt: 09. Oktober 2003

riskVoice 005Das gesellschaftliche Streben nach Sicherheit ist Thema der Ausgabe Nummer 5 der Beitragssammlung riskVoice. Woher kommt das Sicherheitsstreben und wohin führt es? Zu Wort kommen Autoren aus der Literaturwissenschaft, der Ökonomie, des Strafvollzugs sowie aus der Zukunfts- und Risikoforschung.

  • Michael Nerlich: Abenteuer oder das verlorene Selbstverständnis der"adventurer"
  • Joachim Maier: Sciencefiction und andere Sicherheitsb(u)ilder aus der Gegenwart
  • Paul Brenzikofer: Härtere Strafen erhöhen nicht die Sicherheit
  • Manuel Ammann: Die Sicherheitsillusion in der Altersvorsorge
  • Stiftung Risiko-Dialog: Neue Balancen für die Sicherheitsgesellschaft

 

Michael Nerlich: Abenteuer oder das verlorene Selbstverständnis der"adventurer"

Bereits im 14. Jahrhundert haben sich die bürgerlichen Kaufleute die Ritter-Abenteuerideologie für ihre Zwecke zu Eigen gemacht. Die Welt systematisch und experimentell aufzuschlüsseln, wäre nicht möglich gewesen, wenn die Kirche nicht ihren Segen gegeben hätte. Selbstredend glichen die Menschen jener Epoche und auch die Kaufleute nicht einer Horde blindlings ins Unbekannte stürmender "Abenteurer" - rationales, experimentales Vorgehen ist von Anfang an mit einer geschickten Kalkulation und Risikovorsorge verbunden gewesen.

Michael Nerlich ist Professor für Romanische Literaturwissenschaft an der Technischen Universität Berlin als auch Professor für Spanische Literatur an der Université Blaise Pascal in Clermont-Ferrand /Frankreich.

 

Joachim Maier: Sciencefiction und andere Sicherheitsb(u)ilder aus der Gegenwart

Sicherheit wird gemacht und kultiviert Systeme, die zur Kultur werden. An einer Zukunft, derer wir uns gewiss sein können, ist etwas faul. Im Sciencefiction-Film Minority Report werden kritische Ereignisse Stunden und Tage bevor sie sich ereignen einer sicherheits-sichernden Instanz vorgeführt. So können mögliche Verbrechen verhindert werden - bevor sie überhaupt begangen wurden...

Joachim Maier ist Organisationsberater und leitet den Nachdiplomstudiengang designCulture an der Hochschule für Gestaltung und Kunst in Zürich.

 

Paul Brenzikofer: Härtere Strafen erhöhen nicht die Sicherheit

Die Sensibilität der Schweizer Bevölkerung für Gewalt- und Sexualdelikte ist gestiegen. Der Ruf nach neuen Massnahmen wird lauter - insbesondere in den Medien. Doch die Zahl der sich im Strafvollzug Befindlichen ist klein. Berührungspunkte zwischen Gefangenen und Bevölkerung bestehen kaum und der Staat kann trotz langsamer Gesetzesmaschinerie recht flexibel auf veränderte Stimmungslagen in der Gesellschaft reagieren. Die geforderten härteren Strafen können nur einen geringen und kurzfristigen Beitrag leisten, um die Sicherheit zu erhöhen.

Paul Brenzikofer war während 29 Jahren Direktor der Strafanstalt Saxerriet SG und ist heute noch aktiv als Mitarbeiter an Ethikseminarien für russische Gefängnisleiter.

 

Manuel Ammann: Die Sicherheitsillusion in der Altersvorsorge

Das schweizerische System der beruflichen Vorsorge strebt grösstmögliche Rentensicherheit an. Dabei sollen die Versicherten weitgehend von Finanzmarktrisiken abgeschirmt werden. Ineffiziente Anlagestrategien und undurchsichtige Umverteilungen zwischen Versichertengruppen sind Folgen dieser Schutzversuche. Letztlich tragen aber trotzdem die Versicherten die wesentlichen Finanzmarkt- und Systemrisiken in der kapitalgedeckten zweiten Säule. Eine explizite Übertragung des Risikos auf die Versicherten könnte zu mehr Transparenz, höheren Renditen und damit auch höheren Renten führen.

Manuel Ammann ist Ordinarius für Finance an der Universität St.Gallen und Direktor des Schweizerischen Instituts für Banken und Finanzen.

 

Stiftung Risiko-Dialog: Neue Balancen für die Sicherheitsgesellschaft

Die Sicherheitsindustrie boomt. Die Gesellschaft fürchtet sich. Das Schweizer Angstbarometer belegt zunehmende Unsicherheiten. Verlustängste paaren sich mit Zukunftsskepsis. Das erzeugt eine gesellschaftliche Bewegungslosigkeit, die hie und da durch Panikattacken abgelöst wird, je nach dem, welches neue Risikothema gerade eine mediale Karriere macht. Vor diesem Hintergrund entwickelt sich ein Streben nach Sicherheit, das selbst ein Risiko darstellen kann.

 

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