Geothermie ist ein emotionales Thema. Gerade deshalb ist der partizipative Dialog mit der Bevölkerung so wichtig. Denn Geothermie Projekte können nur erfolgreich umgesetzt werden, wenn sie genügend Unterstützung von der betroffenen Bevölkerung erhalten.

 

Beispiele wie Brühl zeigen, wie wichtig die Akzeptanz für ein solches Projekt in der Bevölkerung ist. Dazu benötigt es einen Dialog auf Augenhöhe und die partizipative Einbeziehung der Bevölkerung in das Vorgehen. Ängste und Unsicherheiten müssen ernst genommen werden und die technische Komplexität der Geothermie muss korrekt, aber verständlich übermittelt werden. Nur wenn die Bevölkerung versteht, welche Vorteile die Geothermie bringen kann, ist sie in der Lage, die Risiken korrekt einzuschätzen.

 

In Riehen unterstützt die Stiftung Risiko-Dialog die Wärmeverbund Riehen AG (WVR AG) sowie IWB (Industrielle Werke Basel) beim Projekt «geo2riehen» im Dialog mit der Bevölkerung und in der Strategie der Kommunikation. Mit dem Projekt «geo2riehen» möchte die WVR AG ihre seit 27 Jahren erfolgreiche Geothermieanlage in Riehen erweitern. Zusätzlich möchte IWB die Chance nutzen, den Untergrund auch weiträumiger kennenzulernen. Ab Mitte Januar bis Ende Februar läuft nun die 3D-Seismik Kampagne in Riehen, Bettingen, grossen Teilen von Basel, den angrenzenden Baselbieter Gemeinden Birsfelden, Münchenstein und Muttenz sowie in Teilen der Gemeinde Grenzach-Wyhlen. Mit leichten Vibrationen, erzeugt von sogenannten Vibrotrucks, werden Informationen über den Untergrund gesammelt. Einfach gesagt, werden die erzeugten Schwingungen durch verschiedene Gesteinsschichten im Untergrund unterschiedlich reflektiert. Diese Reflektionen werden an der Oberfläche mit Messgeräten, sogenannten Geophonen, gemessen und liefern, nach komplizierter Auswertung, eine Art Bild des Untergrundes.

 

Zwischen dem 12. und 27. Januar organisiert die Stiftung Risiko-Dialog deshalb eine Reihe von Dialogveranstaltungen. Die rege Diskussion an den bisherigen Anlässen zeigt die Unterstützung für solche Vorhaben zum Klimaschutz und eine hohe Faszination an technischen Details der Messung. Neben den Dialogveranstaltungen veröffentlichte die Stiftung Risiko-Dialog in verschiedenen Zeitungen Medienmitteilungen sowie Inserate. Zusätzlich wurde auch in allen ÖVs in Basel durch Basel Live über das Projekt berichtet, eine Informationsbroschüre zum Projekt erstellt, ein Erklärungsfilm veröffentlicht und mit Infotafeln in verschiedenen Grünflächen in Basel auf die 3D-Seismik Kampagne hingewiesen.

 

Update 23.2.2022:

Die 3D-Seismik Kampagne der Wärmeverbund Riehen AG und IWB in der Region Basel ist in vollem Gange und sollte Ende Woche abgeschlossen werden. Die Stiftung Risiko-Dialog ist mit dabei und setzte sich auch letzten Samstag wieder ein für den Dialog mit der Bevölkerung. So begleiteten wir zwei Besuchstage, wo die Bevölkerung die Vibrotrucks, die Geophone und die involvierten Personen persönlich kennenlernen konnten. Sowohl an den Dialogveranstaltungen, als auch an den Besuchstagen trafen wir zahlreiche Anwohner:înnen und beantworteten gemeinsam mit den Projektpartnern ihre Fragen.

 

Der Austausch war spannend und zeigt ein grosses Interesse gegenüber dem Thema. Wir sahen aber auch, dass Unsicherheiten bestehen und der Austausch gerade deshalb wichtig ist. Die Fragen wurden von uns dokumentiert und eine Auswahl der meist gestellten Fragen finden sich im FAQ der Projektwebseite wieder. Wir bemühen uns, diese Fragen und Antworten regelmässig zu aktualisieren. So stellen wir sicher, dass auch Personen, die nicht an den Veranstaltungen teilnehmen konnten, Zugang zu allen Informationen erhalten. Als nächster Schritt werden die Daten ausgewertet, was bis zu einem Jahr dauern kann.