Phasen der beruflichen Neuorientierung gehören für viele Menschen dazu – auch wenn sie im Lebenslauf oft als «Lücke» erscheinen. Als Stiftung, die sich mit gesellschaftlicher Zukunftsfähigkeit und dem Umgang mit Unsicherheit beschäftigt, sehen wir darin auch eine gesellschaftliche Dimension: Resiliente Gesellschaften entstehen dort, wo Menschen Möglichkeiten haben, Übergangsphasen aktiv zu gestalten und weiterhin teilzuhaben. Wir unterstützen solche Übergänge regelmässig – sei es im Rahmen von Projekten oder im administrativen Bereich. Temporäre Einsätze oder Praktika ermöglichen es, aktiv zu bleiben, neue Arbeitsfelder kennenzulernen und gleichzeitig einen konkreten Beitrag zu leisten.
Berufliche Übergänge aktiv gestalten
Wer sich beruflich neu orientiert, bewegt sich oft in einem Spannungsfeld: Einerseits braucht es Zeit, um Erfahrungen zu reflektieren, neue Perspektiven zu entwickeln und eine Tätigkeit zu finden, die zu den eigenen Fähigkeiten und Werten passt. Andererseits entstehen in dieser Phase vermeintliche Lücken im Lebenslauf – verbunden mit Erwartungen und Unsicherheiten.
Solche Übergangsphasen aktiv zu gestalten, ist nicht nur für Einzelne wichtig, sondern auch für Organisationen und Gesellschaft insgesamt. Menschen gelangen dabei auf unterschiedlichen Wegen zu uns – unter anderem über Institutionen und Programme im Bereich berufliche Integration und Wiedereingliederung wie IPT oder das SNH-ZV.
Praxisnah lernen, aktiv beitragen
Immer wieder unterstützen uns Menschen in Phasen der beruflichen Neuorientierung – sei es auf Projektbasis oder im administrativen Bereich. Eine Person, die uns seit einigen Wochen im administrativen Bereich unterstützt, befindet sich genau in einer solchen Phase. Mit einer kaufmännischen Ausbildung, einem Hintergrund im Produktmanagement und Erfahrung in der Privatwirtschaft bringt sie vielfältige Kompetenzen mit – und den Wunsch, diese künftig in einem sinnstiftenden Umfeld einzusetzen. Der Einstieg erfolgt mitten im Alltag: Unterstützung bei der Erarbeitung von Daten für Unternehmenskennzahlen und Beiträgen zum Jahresbericht der Swiss Carbon Removal Platform, beim Erstellen von Grafiken oder bei der Dokumentation von Prozessen. Schritt für Schritt entsteht so ein vertiefter Einblick in die Arbeit einer Organisation, die an gesellschaftlich relevanten Themen arbeitet.
«Hier kann ich nicht nur zuschauen, sondern wirklich mitwirken. Besonders schätze ich, dass unterschiedliche Perspektiven zusammenkommen und gemeinsam an Lösungen gearbeitet wird.»
Mit der Zeit wächst die Sicherheit im Umgang mit neuen Themen – und auch der eigene Handlungsspielraum. Eigene Ideen finden Platz, Aufgaben werden selbstständiger übernommen, und aus einzelnen Beiträgen entsteht ein Gesamtbild. «Was für mich einen grossen Unterschied macht, ist die offene und wertschätzende Zusammenarbeit. Man wird nicht nur als Unterstützung gesehen, sondern als Teil des Teams.»
Solche Erfahrungen sind nicht spektakulär – aber sie sind entscheidend: Sie verbinden Lernen mit konkretem Tun und schaffen Orientierung in einer Phase, die oft von Unsicherheit geprägt ist.
Lernräume als Beitrag zu gesellschaftlicher Resilienz
Resilienz wird oft mit der Fähigkeit von Organisationen oder Gesellschaften verbunden, Krisen zu bewältigen. Doch sie entsteht nicht nur in grossen Strategien oder politischen Programmen, sondern auch im Kleinen: dort, wo Menschen die Möglichkeit erhalten, sich weiterzuentwickeln, Erfahrungen einzubringen und neue Wege zu erkunden.
Als kleine Organisation bleiben wir bewusst offen für solche Konstellationen. Sie sind Teil unserer Lernkultur und Ausdruck unserer Haltung: Zukunftsfähigkeit entsteht durch Teilhabe.
Neben der inhaltlichen Projektarbeit ist auch die administrative Arbeit zentral für unser Wirken. Sie schafft Struktur, ermöglicht Zusammenarbeit und ist eine zentrale Grundlage dafür, dass Projekte Wirkung entfalten können. Gleichzeitig verstehen wir solche Einsätze als gegenseitige Lernräume – denn neue Perspektiven, Erfahrungen und Fragen bereichern nicht nur die teilnehmenden Personen, sondern auch unser Team.