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Von internationalen Klimaabkommen bis zum individuellen Lebensstil

Erstellt: 03. September 2018

Warum es mehr Initativen im Bereich Suffizienz braucht, um Klimarisiken zu minimieren

Die Risiken des menschengemachten Klimawandels zu minimieren ist eines der großen Aufgaben unserer Zeit.

Grundsätzlich stehen uns dabei zwei Strategien zur Auswahl: Anpassung an die Folgen des Klimawandels oder Minderung der globalen Erderwärmung. Globale Instrumente dazu sind beispielsweise das Kyoto-Protokoll oder das Übereinkommen von Paris.

Auf kommunaler resp. regionaler Ebene wird häufig die Vision der 2000-Watt-Gesellschaft verwendet. In der Schweiz haben über 100 Städte und Gemeinden sowie 23 der 26 Kantone die Ziele der 2000-Watt-Gesellschaft in ihren energiepolitischen Zielvorgaben verankert (1). Das Ziel dieses Modells ist es,

  • den durchschnittlichen Energiebedarf pro Kopf auf 2000 Watt pro Einwohner*in,
  • und 1 Tonne CO2-Äquivalente pro Einwohner*in und Jahr

zu reduzieren.

Rund zwei Drittel dieser Primärenergie stammt aktuell trotz dieser Bemühungen immer noch aus fossilen Brennträgern und trägt somit erheblich zum Anstieg der atmosphärischen CO2 Konzentration bei. Grundsätzlich gibt es drei Ansätze, um den Energieverbrauch und Treibhausgasemissionen zu senken (2):

Effizienz: Bei diesem Ansatz soll weniger Energie für das gleiche ResultSuffizienzat investiert werden. Für dieses Gelingen müssen Gebäude, Fahrzeuge, Anlagen und Geräte aber auch ganze Arbeitsprozesse und Versorgungsketten energieeffizienter werden.

Konsistenz: In diesem Ansatz ist das Ziel, die Treibhausgasemissionen, welche beispielsweise bei der Beheizung von Gebäuden mit fossilen Energien entstehen, möglichst zu senken und stattdessen mit erneuerbaren Energien zu ersetzen.

Suffizienz: Alleine mit Effizienz und erneuerbaren Energien lassen sich die 2000-Watt-Gesellschaft-Ziele nicht erreichen. Das individuelle Konsumverhalten und der damit verbundenen Ressourcenverbrauch muss hinterfragt werden.

Die Stiftung Risiko-Dialog engagiert sich bereits seit einigen Jahren im Bereich Klimarisiken. Das Engagement reicht von den oben genannten Ansätzen bis hin zu Chancen und Risiken von  „Negativen Emissions Technologien“. Während es in den Bereichen Effizienz und Konsistenz bereits viel Forschung und Innovation gibt, ist der „Suffizienz-Ansatz“ eher noch unbekannter. Gleichzeitig ist die Innovation in Bereichen der Effizienz und Konsistenz nicht zielführend, wenn beispielsweise Kühlschränke zwar effizienter aber immer grösser werden. Deshalb braucht es mehr gesellschaftliche Bemühungen in dem Bereich Suffizienz, welche das individuelle Konsumverhalten in den Vordergrund stellt. Eine Übersicht über Suffizienz als Nachhaltigkeitsstrategie bietet das Wimmelbild des BUND Landesverbands (3).

Im Auftrag der Energiestadt Zürich untersucht die Stiftung Risiko-Dialog daher in Zusammenarbeit mit dem Centre for Development and Environment (CDE) der Universität Bern unterschiedliche Schweizer und Europäische gesellschaftliche Bewegungen, welche sich mit der Förderung eines suffizienten Lebensstils in den Konsumbereichen Mobilität, Ernährung, Alltagsgegenstände und Arbeit/Freizeit beschäftigen. Konkrete Beispiele für untersuchte Initiativen sind Ernährungsprojekte mit dem Konzept der solidarischen Landwirtschaft wie „Meh als Gmües“ und „Basimilch“ oder Bikesharing-Initiativen wie „Carvelo2go“ und „Smide“.

Im Rahmen dieses Forschungsprojekts haben wir festgestellt, dass es im Raum Zürich und in strukturell vergleichbaren europäischen Regionen bereits eine grosse Vielfalt an Suffizienz fördernder Initiativen gibt. Indem die Initiativen von möglichst vielen Menschen genutzt werden, erzielen sie auch Wirkung auf einer gesamtgesellschaftlichen Ebene (z.B. Reduktion des Ressourcenverbrauchs). Welche Massnahmen getroffen werden können, um Suffizienz fördernde Initiativen zu unterstützen und welche Rolle die öffentliche Hand, bzw. hier konkret die Stadt Zürich dabei einnehmen kann, wird im Schlussbericht erörtert. Dieser vollständige Bericht wird Ende 2018 verfügbar sein.

 

Ester Osuna


  1. Energie Schweiz. Facts & Figures 2017. 2017.
  2. Effizienz, Konsistenz, Suffizienz. Stadt Zürich Gesundheits- und Umweltdepartement. [Online] [Zitat vom: 03. Juli 2018.] https://www.stadt-zuerich.ch/gud/de/index/umwelt_energie/2000-watt-gesellschaft/hintergrund/Massnahmen.html.
  3. Sketchnote und Wimmelbild "Suffizienz". BUND Friends of the Earth Germany. [Online] [Zitat vom: 03. Juli 2018.] https://www.bund-bawue.de/service/publikationen/detail/publication/sketchnote-und-wimmelbild-suffizienz/.
  4. Klima ohne Grenzen. [Online] 2018. https://klimaohnegrenzen.de/klimawissen.
  5. Übereinkommen von Paris: Wikipedia. Wikipedia. [Online] 07. Juni 2018. [Zitat vom: 03. Juli 2018.] https://de.wikipedia.org/wiki/Übereinkommen_von_Paris.
  6. Die 2000-Watt-Gesellschaft. [Online] [Zitat vom: 03. Juli 2018.] http://www.2000watt.ch/die-2000-watt-gesellschaft/ziele/.

 

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