riskMAIL 2/2007

Liebe riskMail-Leserinnen und –Leser

In immer mehr Lebensbereichen hinterlassen wir elektronische Datenspuren. Die Entwicklungen in der Informations- und Kommunikationstechnologie fordert die Regulierer heraus. Dieses riskMail greift Schlaglichter in der Diskussion über die Regulierung in Zusammenhang mit RFID, Pervasive Computing und Sensornetzen in den Europa und den USA auf. Wir wünschen eine interessante Lektüre.

Ihr Risiko-Dialog-Team

 

Location Based Services fordern Regulierer heraus

Im Jahr 2017 werden weltweit sieben Milliarden Menschen rund sieben Billionen mobiler Geräte, Sensoren und Funkchips gegenüber stehen – das ist die Vision desWireless World Research Forums. Welche regulatorischen Anforderungen bringt das mit sich? Ein Problem wird die Einordnung der neuen Kommunikationssituationen sein, fürchten Experten. Wenn man "eine Büchse Sauerkraut kauft und sich über deren Chip noch Informationen darüber holt, wann sie erstellt wurde, ist das dann Telekommunikation", meint etwa Alexander Rossnagel vom Institut für Europäisches Medienrecht. Sind Location Based Services als Telemedien zu regulieren? Oder ist es Rundfunk, wenn ein Mobilfunknutzer historische Informationen über die Kathedrale erhält, vor der er gerade steht?

::: Ausführlicher Bericht

 

Privacy - eine politische Herausforderung

Der rasante Fortschritt elektronischer Dienstleistungen verlangt gemäss der Autoren der Studie „ICT and Privacy in Europe“ dringend nach einer öffentlichen Debatte über den rechtlichen Rahmen und das Mass an Eigenverantwortung. Zielkonflikte können zwischen Privacy sowie Sicherheit, Zugang zu Dienstleistungen, Komfort, sozialer Interaktion und ökonomischem Vorteilen auftreten.

::: EPTA Studie "ICT and Privacy in Europe - Experiences from technology assessment of ICT and Privacy in seven different European countries"

 

US-Regierung veröffentlicht RFID-Security-Leitfaden

Welche Risiken für Datensicherheit und -schutz RFID-Systeme mit sich bringen können und Empfehlungen, wie diesen zu begegnen ist, hat auch das National Institute of Standards and Technology des US-Wirtschaftsministeriums diskutiert. Die Guidelines for Securing Radio Frequency Identification (RFID) Systems sollen Unternehmen und Organisationen zeigen, wie man RFID-Systeme einschliesslich einem Tracking einzelner Teile sicher implementieren kann. Der Leitfaden beschränkt sich allerdings auf solche Tracking-Szenarien. Er geht nicht auf die Probleme ein, die beim Einsatz von RFID in Smart-Card-Anwendungen zur Personenidentifikation oder zum Bezahlen sowie beim Einsatz von Near-Field-Communications-Anwendungen (NFC) etwa im Handy auftreten können.

::: US-Leitfaden RFID-Security

 

Anlässe zum Thema:

Pay as you drive und Persönlichkeitsschutz
Dienstag, 5. Juni 2007, 14 bis 17.30 Uhr, Rüschlikon

Autofahrer bezahlen heute grundsätzlich gleich viel an Motorfahrzeugsteuern – unabhängig davon, wie oft und wie weit, wie rücksichtsvoll oder aggressiv sie fahren. Das dürfte sich bald ändern. Neue Informations- und Kommunikationstechnologien machen neue Modelle von Autoversicherungen möglich, die an das Mobilitäts- und Fahrverhalten der Autofahrer anknüpfen. Black Boxes in den Autos, erfassen und verarbeiten Daten über Zeit und Ort, zum Teil auch über die Fahrweise. Das wirft Fragen auf: Wer bekommt wann und in welcher Form Zugang zu den Daten über das Mobilitäts- und Fahrverhalten einer Person? Könnte – im Interesse der Bekämpfung der Raserei –die Polizei über Verkehrsregelverletzungen informiert werden? Die SPS Interface-Tagung im Swiss Re Center for Global Dialogue in Rüschlikon diskutiert diese Fragen.

::: Tagungsinformationen

Ars Electronica: Goodbye Privacy
5. bis 11. September 2007, Linz

Das Medienkunst-Festival Ars Electronica in Linz untersucht die neue Alltagskultur zwischen Überwachung und medialer Selbstdarstellung. Unter dem Titel «Goodbye Privacy» wird nach Bedeutung und Verhältnis von Öffentlichkeit und Privatheit gefragt. Es sollen Strategien gesucht werden, um in der transparenten Welt digitaler Medien Privatsphäre zu schaffen. Nach Angaben der Veranstalter geht es auch um die Frage, was die Gesellschaft dem Eindringen der immer effizienteren Kontroll- und Überwachungstechnologien in den privaten Bereich entgegensetzen könne.

::: Ausführliche Festivalinformationen

 

Neu: Pervasive Computing-Dossier der Stiftung Risiko-Dialog

Die Stiftung Risiko-Dialog trägt im Dossier Links zu interessanten Veranstaltungen und Beiträgen zum Thema Pervasive Computing zusammen.

::: Dossier zu Pervasive Computing

Stiftung Risiko-Dialog St. Gallen | Technoparkstrasse 2 | 8406 Winterthur | Tel. +41 52 551 10 01 | Fax +41 52 551 10 09
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