Das weltweite Marktvolumen von Nanotechnologien wird bis 2015 auf über eine Billion Euro geschätzt (BMBF 2010). Gleichzeitig wird in der politischen und gesellschaftlichen Debatte der Ruf nach Information und Transparenz im Bereich der Nanotechnologien immer lauter. Politik und Behörden wie auch die Verbraucherschützer wünschen sich mehr Informationen zu Eigenschaften von Nanomaterialien, dem Nutzen dieser Technologien, den Funktionen, die sie in Produkten übernehmen, sowie zu Fragen der Sicherheit.

Keine gesetzlichen Grundlagen
Zur Zeit gibt es nicht einmal eine einheitliche, gesetzliche Definition von Nanotechnologien – weder auf nationaler, noch auf internationaler oder europäischer Ebene. Wie sollen Unternehmen, die Wissenschaft und NGOs mit dieser Situation umgehen? Einerseits übt die Politik immer mehr Druck aus, über Nanotechnologien zu informieren, andererseits gibt es keinen gesetzlichen Rahmen, der klar vorschreibt, was an wen zu kommunizieren ist.

Um dieser Herausforderung gerecht zu werden, hat die BASF SE unter Leitung der Stiftung Risiko-Dialog einen Stakeholder-Dialog ins Leben gerufen, der sich genau diesen Fragen widmet und dabei zentrale Akteure mit einbezieht. Im BASF Dialogforum Nano diskutieren Vertreterinnen und Vertreter von Umwelt- und Verbraucherorganisationen, wissenschaftlichen Instituten, Gewerkschaften und Kirchen gemeinsam mit Mitarbeitenden der BASF SE zur Frage, wie Information bereitgestellt und Transparenz gewährleistet werden kann.

Verschiedene Perspektiven nutzen
Im Dialogprozess wurden die unterschiedlichen Perspektiven genutzt, um die vorhandenen Kommunikationsstrategien kritisch zu reflektieren. Im Anschluss daran entwickelte die Gruppe gemeinsam Empfehlungen, wer welche Informationen an wen und in welcher Form weiter geben soll.

Das Ergebnis der Arbeitsphase 2009/2010 ist ein Bericht mit spezifischen Empfehlungen zu Informationsinstrumenten der Hersteller wie zum Beispiel Sicherheitsdatenblättern, technischen Informationen, Schulungen, internen Datenbanken, Webauftritten, Nachhaltigkeits- oder Corporate Responsibility Berichten sowie Hotlines. Neben den Empfehlungen für die Industrie diskutierte die Gruppe mögliche Informationsinstrumente für zivilgesellschaftliche Akteure mit spezifischen Hinweisen für Kirchen und Gewerkschaften.

Der Dialog wird 2011/2012 mit Beteiligung von Intermediären, Herstellern von Endprodukten und Handelsunternehmen weitergeführt.

 

Alexander Probst und Antje Grobe


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