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Dresden In Kooperation mit dem Deutschen Hygiene-Museum in Dresden organisierte die Stiftung Risiko-Dialog zwei Diskussionstage über die Zukunft der Nanotechnologie. Im Zentrum der Diskussion standen eine stärkere Vernetzung der mit Nanotechnologie befassten Institutionen, die nachhaltige Verankerung der Arbeitsplätze sowie Arbeitsschutzmassnahmen.
Zwischen Hype, Hope und Hysterie 17. Mai 04: Nanotechnik mit Megawirkung. Im Zentrum dieses Dialogs um die Zukunft der Nanotech standen die "kritischen" Stimmen. Kritisch im Sinne einer wohlverstandenen Abwägung von Chancen und Risiken, wie sich in der Diskussion schnell heraus stellte. Das Publikum ordnete sich auf einer Achse zwischen po-sitiver und negativer Einstellung mehrheitlich zwischen neutral und sehr positiv ein. In der lebhaften Diskussion unter der Leitung von Antje Grobe zeichnete sich ein starkes Votum für die Nanotechnologie im Raum Dresden ab. Dr. Christoph Revermann vom TA-Büro des deutschen Bundestages stellte die 400-seitige Studie "Nanotechnologie" vor. Sie ist das umfassendste bisher vorliegende deutsche Werk zum Thema (eine Zusammenfassung findet sich hier). Als Entscheidungshilfe für alle Parteien im Deutschen Bundestag hält sie sich in der Bewertung der Chancen und Risiken sehr zurück. Seine Kontrahentin, die Umweltärztin Barbara Dohmen von der Ökologischen Ärzteinitiative Hochrhein beim BUND diskutierte mit ihm heftig die erwarteten negativen Folgen unkontrol-lierbarer Handhabung von ultrafeinen Stäuben. In ihrer Praxis behandelt sie erste Fälle von Autoimmunkrankheiten aufgrund des Umgangs mit Nanopartikeln. Vor allem die fehlenden Arbeitsschutzbestimmungen wurden von ihr angemahnt. Die Empfehlungen müssten hier klarer sein und die Politik handeln, lautet ihre Forderung. In der Diskussion mit Experten, Bürgerinnen und Bürger sowie einer Schülergruppe wurden immer wieder die fehlenden Arbeitsschutz-massnahmen thematisiert. Gefordert wurde mehr Wissenschaftlichkeit in der Auseinander-setzung mit den Risiken. Generell zeigten sich aber vor allem die jungen TeilnehmerInnen sehr offen und neugierig auf die Forschungs- und Anwendungsfelder der Nanotechnologie. Nach der Diskussion mit den Kritikern wurde im Publikum noch einmal die Einstellung abgefragt. Sie fiel positiver aus als zu Beginn der Veranstaltung. Besonders die jungen Teilnehmenden sahen sich in einer "gesunden Distanz" zu den Experten.
18. Mai 04: Zwischen Hype, Hope und Hysterie. In der zweiten Veranstaltung zeigte Dr. Christoph Meili von der Stiftung Risiko-Dialog die frappante Ähnlichkeit zwischen der Debatte um die grüne Gentechnik und den Erwartungen an die Nanotechnik. Anschliessend entwickelte sich ein spannender Dialog zwischen den geladenen Experten, der die Konflikte schnell offen legte. Für die Investoren sprach Uwe Brunotte von der Ostsächsischen Sparkasse, für die Wissenschaft der Proteinforscher Prof. Dr. Daniel Müller, Dresden, Barbara Dohmen vertrat die NGO´s und Prof. Andreas Heppe präsentierte verschiedene Anwendungen eines Nanopulvers auf Chitosanbasis. In kleinen Tischgruppen formulierten die Bürgerinnen und Bürgern ihre Anliegen an die Experten. Gefordert wurde eine Weiterführung der Technikfolgenabschätzung und mehr Begleitforschung, um Investoren, Behörden und Bürgern mehr Sicherheit und Entscheidungsgrundlagen zu liefern. Wichtig war dem Publikum auch die nachhaltige Verankerung der Arbeitsplätze, die nicht durch voreilige Investitionen "in die falsche Richtung" gefährdet werden sollten. Auch die fehlenden Arbeitsschutzmassnahmen waren ein wiederkehrendes Thema. In Sinne des Standortes Dresden setzten sich die Bürger für mehr Vernetzung zwischen den verschiedenen mit Nanotechnologie befassten Forschungseinrichtungen, Unternehmen und Behörden ein. Angeregt wurde auch, den Dialog branchenorientiert weiter zu führen, um enger auf die unterschiedlichen Bedürfnisse von Mikroelektronik, Papier und Verpackungsindustrie, Biotechnologie und Forschungseinrichtungen einzugehen. |