Wirtschaftsministerium hat bundesweit erste Internet-Plattform für verantwortlichen Umgang mit Nano-Materialien gestartet (Hessischen Ministeriums für Wirtschaft)
Infos für Unternehmen zu Chancen und Risiken rund um Nanotechnologie - Medienmitteilung des Hessischen Ministeriums für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung, 19. Oktober 2006
„Wir wollen dazu beitragen, dass sowohl über die Chancen, als auch über vermeintliche Risiken und Befürchtungen rund um die Nanotechnologie sachlich und fundiert diskutiert werden kann. Aktuelle Fachinformationen brauchen gerade innovative Unternehmen, die im Zukunftsfeld Nanotechnologie arbeiten. Deshalb haben wir im Internet eine Info-Plattform zu Nano-Risiken gestartet.“ Das erklärte heute Hessens Wirtschaftsminister Dr. Alois Rhiel.
Als Service für Nano-Unternehmen stellt das Wirtschaftsministerium ab sofort im Internet unter www.nanotech-hessen.de/infoplattform-nanorisiken die bundesweit erste übergreifende Informationsplattform für den verantwortlichen Umgang mit Nanomaterialien zur Verfügung. "Diese neue Plattform hilft Unternehmen und Interessierten, einen schnellen Überblick über aktuelle Forschungsaktivitäten und die Diskussion um potenzielle Risiken von Nanotechnologien zu gewinnen", sagte Dr. Rhiel.
"Derzeit befindet sich die Branche in einer frühen Phase der Technologie- und Produktentwicklung. Wer Nanotechnologien zur Sicherung entscheidender Wettbewerbsvorteile schnell nutzen möchte, sollte sich daher gezielt mit den Chancen und Anwendungsbereichen auseinander setzen", stellte Rhiel fest. Dabei gelte es auch, mögliche Risiken differenziert auszuloten. "Die Gentechnologie-Debatte hat deutlich gemacht, dass eine frühe und ernsthafte Auseinandersetzung mit Ängsten und Risiken entscheidend dafür sein kann, ob Vertrauen in eine neue Technologie aufgebaut und erhalten werden kann. Ohne das Vertrauen der Verbraucher werden selbst hochinnovative Produkte nicht angenommen", warnte der Minister. Vielmehr sei differenziertes Wissen zu möglichen Risiken nötig, um Innovationen verantwortungsvoll zu begleiten und in die richtige Richtung zu lenken.
Die Internet-Plattform zur Information über Risikofragen im Bereich Nanotechnologien wird gemeinsam vom Hessischen Wirtschaftsministerium und dem NanoNetzwerkHessen der hessischen Hochschulen betrieben. Aktuelle Ergebnisse der Forschung wie auch der Diskussion zur Nanotechnologie werden hier zusammengeführt und in verständlicher Form Unternehmen, Wissenschaftlern, Behörden und Verbrauchern zur Verfügung gestellt. Die wissenschaftliche Begleitung und Redaktion dieser Informationsplattform erfolgt durch die unabhängige Schweizer Stiftung Risiko-Dialog, unterstützt durch einen Kreis ausgewiesener Experten. "Die Informationsplattform "NanoRisiken" ist ein gutes Beispiel für proaktive Wirtschaftsförderung, was kontinuierlich weiter entwickelt werden soll", ergänzte Dr. Antje Grobe von der Stiftung Risiko-Dialog in St. Gallen. Anregungen und neue Informationen würden monatlich aufgenommen, um den jeweils aktuellen Wissens- und Diskussionsstand abzubilden.
Inhalte der Informationsplattform sind:
- Wahrnehmung der Nanotechnologie (Internationale Studien im Überblick, Bürgerbefragungen und -konferenzen, Nanotechnologie in den Medien)
- Kernfragen der Risikoabschätzung (Definition und Normierung, Toxische Potentiale, Messtechnik, Exposition)
- Themen für Hersteller, Anwender und Verbraucher (Arbeitsschutz, Umweltschutz, Konsumentensicherheit / Produktsicherheit)
- Akteure und Aktivitäten zu Risikothemen (Nationale und internationale Forschungsprojekte,Institutionen und Behörden, Versicherer, NGO's und Netzwerke)
Nano-Kongress in Gießen am 9. November 2006
Der diesjährige Nano-Kongress der Hessischen Landesregierung in Gießen am 09.11.2006 soll die Position Hessens in der Nanotechnologie weiter stärken, erklärte der Minister. Auf dem Kongress diskutieren internationale Experten die Vielfalt der Anwendungen der Nanotechnologie und insbesondere die Chancen für den Standort Hessen. Ein "Marktplatz Nanotech" bietet eine Leistungsschau hessischer Firmen und Hochschulen und zeigt mit interaktiven Experimenten Nano "zum Anfassen".