Für stabile Teilchen aus Kohlenstoff wie die so genannten Nanotubes und Fullerene liegen dagegen widersprüchliche Daten zum Risiko vor. Sie sollten deshalb in Medikamenten und Kosmetika vorerst nicht eingesetzt werden. Dies ist das Fazit von Conano, einem bisher einzigartigen Risikodialog.

Moderiert von der Stiftung Risiko-Dialog haben die Unternehmen Ciba und Novartis gemeinsam mit dem Freiburger Öko- Institut und dem Österreichischen Ökologie- Institut Wien eine Nutzen-Risikoanalyse für Nanotransporter erarbeitet. Diese winzigen Teilchen sollen Wirkstoffe in Kosmetika und Arzneimittel direkt an den gewünschten Ort befördern und die Produkte so effizienter machen. Die Beteiligten waren sich einig, dass abbaubare Nanotransporter als unbedenklich gelten können, wenn die Einzelbestandteile Gras-zertifiziert sind. Gras steht für „Generally Regarded As Safe“ und gilt beispielsweise für Lebensmittel oder unproblematische Zusatzstoffe. Ein Beispiel für die Anwendung in Cremes sind winzige Ölbläschen, die Vitamine in tiefere Hautschichten bringen sollen. Aus Gründen des Arbeitsschutzes sollten solche Nanoteilchen in wässrigem Milieu und ohne Aerosolbildung verarbeitet werden.

 

Reicht bei neuen Nanomaterialien die Datenlage nicht aus, muss das Risiko im Einzelfall bewertet und minimiert werden. Maßstäbe dafür finden sich im Conano- Projektbericht ebenso wie auch eine Sammlung offener Fragen, die noch weiter erforscht werden müssen. Nach Ansicht der beteiligten Öko-Institute ist ein solcher Risikodialog unabdingbar, um in heiklen gesellschaftlichen Fragen zu Lösungen zu kommen. (lf)

 

Dieser Artikel erschien in UmweltBriefe, 17. Januar 2008

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