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Bloss kein Geheimnis (Tages-Anzeiger) Drucken
Kommentar

Walter Jäggi


Mein Hund hat einen Chip statt der Hundemarke, ich selber einen Badge statt des Büroschlüssels, im neuen Pass steckt ebenfalls ein Chip. Daten werden schon längst unsichtbar gespeichert und abgerufen. Und so, wie es aussieht, steht diese Technik erst am Anfang.

Wissen wir eigentlich, wer was über uns weiss? Nein. Und je unsichtbarer der Datenaustausch läuft, desto weniger. Können wir der neuen Technik und deren Anwendern vertrauen? Höchstens dann, wenn wir über die Technik als solche überhaupt richtig informiert werden.
Wenn Industrie, Behörden, Verbände und andere schon jetzt seriös die Risiken diskutieren, die für uns Normalverbraucher noch kaum ein Thema sind, ist das gut. Wir möchten nicht hinterrücks mit zumindest diskutablen Neuheiten überrascht werden. Wir nehmen Risiken in Kauf, wenn uns ein Nutzen plausibel gemacht wird. Bei Atomenergie, Gentechnik, Luftverkehr oder Mobilfunk ist das nur mässig gelungen. Beim Pervasive Computing ist das Ergebnis noch offen. In einigen der geplanten Anwendungen scheinen Risiko und Nutzen doch sehr unsymmetrisch auf Anwender und Publikum verteilt zu sein.

Der Kommentar ist am 12. September 2006 im Tages-Anzeiger erschienen.

Kommentar als PDF verfügbar: Bloss kein Geheimnis