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«Eine Vollkasko-Mentalität ist mir fremd»

Erstellt: 18. Juli 2012

Kurt Schär ist Mitglied des Stiftungsrats der Stiftung Risiko-Dialog und Geschäftsführer der FLYER Biketec AG. Im Interview äussert er sich darüber, wie er beruflich und privat mit Chancen und Gefahren umgeht.

Als Unternehmer sind Sie mit Risiken im Kontext der eigenen Organisation aber auch der gesamten Gesellschaft konfrontiert. Wie erkennen Sie Chancen und Gefahren?
Kurt Schär: Gefahren können systematisch durch ein entsprechendes Management-Cockpit erkannt werden. Noch wichtiger sind jedoch die «weichen» Faktoren, die aus dem Zusammenspiel von unzähligen Komponenten entstehen. Gespräche mit Kunden, Mitarbeitenden, Freunden, Lieferanten oder mit meiner Familie bringen zu vielen Themen völlig unstrukturiert Informationen ein. Diese stelle ich dann bewusst – oder oft noch eher unbewusst – in einen Kontext zueinander und ziehe die entsprechenden Schlüsse daraus. Bei den Chancen geht es eigentlich genau so. Wenn ich glaube eine Chance erkannt zu haben, hinterfrage ich diese noch einmal und überlege mir, ob und weshalb diese noch nicht von jemand anderem verwirklicht wurde.

In der Gesellschaft werden Risiken wie Wirtschaftskrise, Klimawandel, Energiewende und auch soziale Entwicklungen diskutiert. Welche Rolle sehen Sie dabei für sich als Unternehmer?
Die Krisenzeiten sind die besten Zeiten für den Aufbruch. Energiefragen im Spannungsfeld von Klimawandel und Sicherheit zu diskutieren und unzählige kleine Lösungsschritte zu realisieren, sind die Basis für neue Geschäftsfelder.

Sie engagieren sich auch im Cleantech-Bereich und in der Energiewende. Welchen Stellenwert sehen Sie in der Forderung nach Suffizienz? Wo ordnen sich Ihre eigenen Produkte ein?
Das «Negawatt», also das nicht verbrauchte Watt ist immer noch die billigste und gleichzeitig ökologischste Form des Energiesparens. Wie weit dies auch ökonomisch in Geschäftsmodelle umgewandelt werden kann, wird die Zukunft zeigen. Unsere Produkte verbrauchen etwa 70 Mal weniger Energie als ein Auto. Eine Studie hat aufgezeigt, dass über 60 Prozent der FLYER Kilometer anstelle von Autokilometern gefahren werden. In diesem Sinne ist umsteigen eine effektivere Lösung als absteigen!»

Wie gehen Sie als Privatperson mit Chancen und Gefahren um?
Ohne Risiko keine Chancen! Ohne die Bereitschaft zu scheitern gibt es keine Erfolge. Das Bewusstsein für eine Gefahr führt dazu, Strategien zu entwickeln damit diese Gefahr nicht zu einem Schadenfall führt. Ich persönlich gehe eher pragmatisch mit dem Thema um. Eine «Vollkasko-Mentalität» ist mir fremd.

Stiftung Risiko-Dialog St. Gallen | Hirtenweg 7 | 9010 St. Gallen | Tel. +41 52 551 10 01 | info@risiko-dialog.ch
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